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Prolog

Zeitfenster

Was kann man dazu schreiben? Was ist eigentlich ein Zeitfenster? Wozu würde dieser Begriff am besten passen, wenn man eine Geschichte schreiben will? Fantasy, Thriller, Drama, Komödie? Oder etwas komplett anderes? Vielleicht einfach nur ein Bericht von eigenen Erfahrungen, Gedanken und Taten? Wenn man die Namen verändert, etwas übertreibt und noch ein paar Dinge dazuschreibt, dann könnte es richtig interessant werden. Immerhin heißt es auch: “Schreib’ , worüber du etwas weißt!” Doch ist es immer angebracht über so etwas zu schreiben? Wie machen es denn die erfolgreichen Autoren? Verarbeiten sie in ihren Büchern Dinge, über die sie nicht reden können? Hilft es ihnen? Oder gaukeln sie uns eine Scheinwelt vor? Wie stark recherchieren sie, um ein erfolgreiches Buch zu schreiben?
Setzen sich vielleicht auch sie einen Oberbegriff, den sie in ihrem Buch erklären oder behandeln wollen, der aber aus dem Titel des Buches nicht ersichtlich wird? Verstecken sie vielleicht Botschaften und Tipps in ihren Erzählungen?
Oder sind sie einfach nur Verrückte, die nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen? Die aus verschiedenen Filmen und Büchern Ideen klauen und diese zu einer eigenen zusammenschreiben?

Der nun nachfolgende Text wird Sie sicherlich verwundern, denn er erklärt weniger, was ein Zeitfenster ist, noch hat er etwas mit dem zu tun, was man “Gedanken einer heilen Welt” nennen kann. Er ist rein fiktiv, und doch steckt Wahrheit in ihm.
Es ist das, was für viele Jugendliche der bittere Alltag ist. Es sind die Gedanken, die sie mit niemandem teilen, und Taten, über die sie nicht sprechen wollen.
Sie denken, das keiner sie verstehen würde, doch das es viele gibt, die es können, das wollen diese Jugendlichen nicht wahr haben.

Aber ich möchte nicht alles vorwegnehmen und werde diesen Prolog daher jetzt beenden, da Sie sich besser selbst ein Bild davon machen sollten, was der Text ausdrücken soll.



Text:
“Ich nahm das Messer, spürte den klobigen Griff in meiner Hand, das angenehme Gewicht und die eiserne Kühle, die von ihm ausging. Ich betrachtete das Messer und war mir meiner Sache sicher, ich würde es tun. Ich würde meinen Traum verwirklichen und mich umbringen. Hier und Jetzt! Ich sah noch einmal auf den Brief, der auf meinem Schreibtisch lag, hörte ein letztes Mal der Musik zu, die ich angemacht hatte, betrachtete die Kerzen die ich angezündet hatte. Alles war so, wie ich es mir all die Jahre vorgestellt hatte. Jahrelang habe ich diesen Augenblick geplant, es mir immer wieder vorgestellt, immer wieder überlegt, ob ich es machen sollte, oder nicht, und jetzt? Jetzt war es endlich soweit, aber etwas stimmte nicht. Ich fühlte mich seltsam. Immer habe ich mich auf diesen Tag gefreut, immer bin ich ihn in Gedanken durchgegangen. Aber es war komisch, eine seltsame Melancholie hatte von mir Besitz ergriffen. Plötzlich kamen mir Zweifel. Was war mit meinen Eltern, wenn sie meinen toten, leblosen Körper finden würden? Was wäre mit meinen Freunden? Würden sie es verkraften, mich so zu sehen, mich auf diese Art zu verlieren? Oder würden sie es verstehen, verstehen, das ich so nicht weiter machen konnte? Fragen über Fragen, aber niemand würde mir Antworten geben, mir bei dieser alles entscheidenden Entscheidung helfen. Niemand! Und genau diese Erkenntnis gab mir die Kraft die ich brauchte, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Ich schaute auf mein Handgelenk, hob die Hand mit dem Messer und fuhr mir unendlich langsam so über mein Gelenk, sodass ich den Schmerz voll auskostete und genau sehen konnte, wie diese rote Flüssigkeit langsam meine Hand hinunterlief. Ich merkte, die mir schwindelig wurde, als ich das Messer wegnahm und mein Blut immer schneller aus meiner Hand lief. Ich sah die roten Tropfen, wie sie meine Handfläche entlang liefen, wie sie meine Finger erreichten und diese heruntertropften. Ich konnte sehen, wie sie auf meine Hose fielen und der Stoff sie aufsaugte. Ich merkte das feuchte, warme Gefühl, das sie auf meinem Bein hinterließen. Ich sah ungläubig auf meine Hand und legte das blutende Gelenk an meine Lippen. Ich wollte etwas von dieser anziehenden, roten Flüssigkeit wieder in mich aufnehmen. Als meine Lippen das Blut berührten und ich es schmeckte, stieg ein Gefühl in mir auf das ich nicht anders als mit reiner Zufriedenheit beschreiben konnte. Ich löste meine Lippen von dem Blut, leckte mit der Zunge auch den letzten Rest von ihnen und ließ nun mein Blut auf den Boden tropfen. Es sah so schön aus. Das Blut auf dem warmen Holzboden. Und obwohl es mir wie eine Ewigkeit vorkam, die diese gesamte Handlung dauerte, waren es kaum fünf Minuten, bis ich bewusstlos wurde. Was danach kam weiß ich nicht mehr.”, sagte ich zu Dr. Rauschenberg. Schon seit knapp einem halben Jahr hörte er sich jede Woche geduldig meine Probleme an. Als ich ihn nach meinem Geständnis ansah runzelte er die Stirn und schrieb etwas auf sein Notizblock. Ich fühlte mich sehr unwohl. Hier auf dieser Couch zu liegen und diesem Fremden davon zu erzählen, was ich getan hatte, das weckte in mir ein Gefühl. Ein Gefühl, das ich mit keinem Wort beschreiben konnte, außer mit dem Wort ‘unwohl’. Als ich mich aufsetzte räusperte er sich und meinte, dass ich mir bis zur nächsten Sitzung in Erinnerung rufen solle, was in dem Brief an meine Eltern gestanden hätte.
Ich nickte, stand endgültig auf und reichte ihm die Hand. Er lächelte mich an und sagte: “Du machst Fortschritte Christine!” “Danke, und auf Wiedersehen Dr. Rauschenberg.” , sagte ich und merkte, wie mir das Blut in mein Gesicht schoss. Ich verließ den Raum, nahm meine Jacke von der Garderobe, verabschiedete mich von Frau Schönling, der Sprechstundenhilfe, und verließ die Praxis.
Als ich nach draußen kam atmete ich tief ein und aus. Ich fühlte mich, als hätte ich in meinem Leben noch nie geatmet.
“Als ob ich den Inhalt des Briefes je vergessen könnte. Ich kann ihn immer noch auswendig, kann ihn seit Jahren, jedes einzelne Wort!” , sagte ich zu mir selbst, als ich meinen Kragen höher zog, die Hände in den Taschen meiner Jacke vergrub und losging. Ich rief mir beim Gehen den Brief in Erinnerung, wie er da auf meinem Schreibtisch lag, als ich ihn gerade beendet hatte. Ich ging ihn im Kopf durch…

Liebe Mum, Lieber Dad
Wenn ihr diesen Brief lesen werdet, dann werdet ihr auch die Musik hören, das Kerzenlicht, ein Messer und all das Blut sehen. Außerdem werdet ihr meinen leblosen Körper sehen.
Bitte seid nicht traurig oder enttäuscht, trauert nicht um mich! Freut euch mit mir, denn ich habe mir hiermit einen Wunsch erfüllt.
Seit Jahren habe ich nur diesen einen Wunsch gehabt und jetzt habe ich ihn endlich verwirklicht.
Aber sicherlich werdet ihr euch wundern, warum ich diesen Wunsch hatte.
Ihr werdet mich sicher nicht verstehen, aber ihr habt mir ja nie richtig zugehört. Ihr habt nicht registriert, das ich von Tag zu Tag verschlossener wurde. Ihr habt nicht mal gemerkt, das ich nur noch alleine und zu Hause war!
Habt ihr nicht gemerkt, das ich nichts mehr mit Selene, Amelia und Constance unternehme.
Aber ich mache euch keine Vorwürfe. Ihr habt so viel für mich getan, alles, was euch möglich war! Vielleicht bin ich einfach nur zu anspruchsvoll gewesen, was das betrifft.
Trauert nicht um mich. Ich werde bei euch sein. In euren Herzen!
Von oben werde ich auf euch sehen und meine Hand schützend über euch legen.
Irgendwann werden wir uns in einer besseren Welt wieder sehen, und werden dort bis in alle Ewigkeit vereint sein.
Ich liebe euch!
Christine

Als ich nach Hause kam ging ich sofort nach Oben in mein Zimmer. Seit meine Eltern mich damals gefunden haben lag mein Zimmer neben ihrem Schlafzimmer. Ich sollte immer in ihrer Nähe sein, damit sie schneller bei mir sind, sollte noch einmal etwas passieren.
Ich ging ans Fenster und dachte darüber nach, was kurz vor meinem Suizidversuch geschah. Meine Eltern haben sich von mir verabschiedet, um ins Theater zu gehen. Ironischerweise hieß der Titel des Stücks, das sie sich ansahen „Die Freude am Leben“. Ich saß im Wohnzimmer und guckte meinen Lieblingsfilm. Sie kamen noch einmal rein zu mir, um sich zu verabschieden. Ganz gegen meine sonstige Gewohnheit stand ich auf und drückte meine Mutter noch einmal. Gab ihr einen Abschiedskuss und sagte ihr Adieu. Sie war so darüber überrascht, das ich das tat, das sie nicht bemerkt hat, wie ich mit Tränen in den Augen dastand und lächelte. Ich fühlte mich komisch. So war es also, seiner Mutter für immer Lebwohl zu sagen. Mein Dad sagte nur ganz trocken auf Wiedersehen und an meine Mum gerichtet, das sie endlich kommen solle, weil das Stück sonst ohne sie anfangen würde. Auch ihm wollte ich Adieu sagen, aber er war schon aus der Tür raus und zum Auto gegangen.
Diese Reaktion kannte ich bereits von ihm
Er war nicht einmal mein richtiger Vater. Mein richtiger Vater war tot, war gestorben, als ich gerade sechs Jahre alt war. Dann lernte sie Etienne Mansart kennen. Sie haben geheiratet, als ich gerade acht war. Deshalb nenne ich ihn jetzt auch Dad, denn als ich acht war stellte er für mich meinen Vater dar. Doch vor etwa sechs Jahren, als ich gerade zwölf war, änderte sich das. Abends musste ich noch einmal auf die Toilette gehen und bekam dann einen Streit meiner Eltern mit. Von der obersten Treppenstufe belauschte ich sie. Ich hörte meinen Dad , wie er sagte, das ich nicht hier bleiben könne. Er wollte, das ich gehe. Auf ein Internat, zu Verwandten oder sogar in eine Pflegefamilie. Es sei ihm egal, auch sein Ruf sei ihm egal, Hauptsache ich sei weg. Meine Mutter brach in Tränen aus und beteuerte ihm, das sie ihn liebe, aber das sie auch mich lieben würde, und mich nicht gehen lassen könnte. Sie einigten sich nach stundenlanger Diskussion darauf, das ich bleiben könne, aber das ich, bei dem kleinsten Fehlverhalten auf ein Internat kommen würde.

Bei dieser letzten Erinnerung wachte ich aus meinem Tagtraum auf und ging an meinen Schreibtisch. Ich wollte etwas schreiben. Nur im Schreiben konnte ich mich wirklich verlieren und über all das sprechen, was mich so beschäftigte. Mit dem Stift in der Hand kam mir eine Idee. Vielleicht sollte ich statt Tagebuch einmal eine Geschichte oder ein Gedicht schreiben. Über den Begriff Selbstmord und das Ende, das mit ihm verbunden ist.


Dunkles Ende?

Ihr Leid war groß, denn ihre Stimme erfüllte den ganzen Raum.
Sie sagte Du hättest es nicht versucht.
So stand sie da, sah weder Ausweg noch Ausflucht.
Wusste nicht, wie es weitergehen sollte.
Die dünnen Handgelenke, knochenlos vor Verzweiflung.
Der Rücken gekrümmt, das Kissen nass- weil Niemand verstand.
Sie fürchtete sich vor der Lüge immer allein zu sein.

Sie hätte jetzt still schweigen sollen, denn sie konnte nicht entfliehen.
Starr vor Entsetzen, regungslos, mit geweiteten Augen, gepresst an die kahlen Mauern.
Ihre Angst musste nun Gestalt annehmen.
Es gab keine Risiken, keine Regeln.
Ihr eigner Schatten kam auf sie zu und hüllte sie in seinen
dunklen Mantel ein.
Das Halblicht zeigte ihren großen wehrlosen Augen, starr vor Schmerz,


Wie sich Schwarz anfühlt, wie es riecht und schmeckt, wie es handelt.
Sag’ nicht, ich hätte es nicht versucht. Auch ich hörte ihre Stimme.
Sie stand ihrem Ende gegenüber, einem gewaltigen Abgrund.
Sie sollte endlos fallen, Tränen sollten ihren Rücken hinauflaufen,
in einem schwarzen Abgrund; ihr zerbrechliches Vertrauen für immer enttäuscht.
Heute ist sie vergessen- ein lebendiges Abbild der nie endenden Bewegung.

§ Das Grab ihrer Seele. §


Ich hatte also ein Gedicht, und keine Geschichte geschrieben. Aber ich fühlte mich befreit, ging die Zeilen immer und immer wieder durch und blickte stolz auf meinen Block.
Es war spät geworden, das Nachdenken, das Durchstreichen und Neuschreiben hatte länger gedauert als erwartet.
Ich ging ins Bad, duschte und machte mich bettfertig.
Doch bevor ich in mein schönes, einladendes Himmelbett ging wollte ich noch einmal hinunter in die Küche und etwas zu trinken holen. Schon im Flur war das Gespräch meiner Eltern zu hören. Sie stritten wieder. Meine Mutter sagte gerade, das sie einsehe, was mein Dad meinte, als er sagte, das ich weg müsse, und das sie ihm voll und ganz zustimme. Ich riss ungläubig die Augen auf und lauschte. Mein Herz schrie, das ich es nicht tun solle, mein Verstand sagte mir, dass ich es besser hören solle, was sie über mich sagten, denn nur so konnte ich wissen, was sie wirklich über mich dachten. Meine Mutter sagte, das auch sie der Meinung sei, das ich weg müsse. Ich würde ihnen und ihrer Liebe nur im Wege stehen. Aber Dr. Rauschenberg habe ihr gesagt, das ich nicht aus meiner Umgebung herausdürfe, weil die Therapie dann scheitern könnte.
Ich selbst war nach dem belauschten Gespräch der Ansicht, das es egal sei, ob ich bleiben oder gehen würde, es war beides nicht gut für mich. Jeden Tag von den Eltern als Problem gesehen zu werden war genauso niederschmetternd, wie nicht verstanden zu werden.
Doch mit wem hätte ich reden sollen? Wem mich anvertrauen? Ich hatte doch niemanden, dem ich voll und ganz vertraute! Und Dr. Rauschenberg unterlag meinen Elterngegenüber zu der Zeit vor zwei Jahren keiner Schweigepflicht. Daher konnte ich auch mit ihm nicht ganz offen reden.
Als es mir zu viel wurde ging ich einfach ins Bett, ohne etwas getrunken zu haben und lag noch lange wach. Um elf Uhr sah ich das letzte Mal auf die Uhr.
Die ganze Zeit hatte ich über das eben gehörte nachgedacht, überlegt, ob ich nicht einfach abhauen solle und ihnen so ihren Freiraum für ihre Liebe lassen solle. Doch wo sollte ich hin? Ich konnte nicht einfach verschwinden. Ich wusste, das es meine Seele zerreißen würde, das mein Herz weinen und ich verzweifeln würde. Nein, es musste eine andere Lösung geben. Eine, die für beide Seiten positiv war. Doch welche?
In der Nacht träume ich von Ihm. Er, den ich jeden Tag sah, den ich von Tag zu Tag mehr begehrte und der so unerreichbar wie die Sterne für mich war. Er, der bestaussehenste der Schule. Er, der von allen Mädchen begehrt wurde. Er, den die Jungs beneideten, weil er an jedem Finger seiner Hand so viele Verehrerinnen hatte, wie keiner der anderen je haben würde. Er, der in allem der Beste war.
Ich träumte, wie er auf mich zukam, er mich anlächelte und mir sagte, das es für ihn nur die eine geben würde. Ich bekam Schmetterlinge im Bauch. Vergessen war all der Schmerz, vergessen die, die mich schikanierten und die mich in den hintersten Teil meiner Höhle verbannt hatten. Ich sagte ihm, das ich schon ewig auf diesen einen Moment gewartet hätte und ich mich freute, das ich die eine für ihn war, die er sein ganzes Leben gesucht habe. Doch er lachte nur und Constance kam um die Ecke. Er strahlte sie an und küsste sie innig und leidenschaftlich. Mir kamen die Tränen in die Augen und als sie fertig waren drehten sie sich zu mir um und lachten. Sie lachten mich aus, zeigten mit dem Finger auf mich, sahen sich an, und sahen dann wieder mich an. Sie lachten immer mehr…

Dann wachte ich auf. Ich hörte meine Wecker, wie er klingelte. Dieses Klingeln klang wie das Lachen von Ihm und Constance. Ich schüttelte meinen Kopf, um so das Bild der beiden verschwinden zu lassen. Ich konnte es nicht ertragen zu sehen, wie die beiden sich küssten. Vor meinen Augen. Noch immer hörte ich ihr Lachen. Ich streckte den Arm aus, stellte den Wecker aus und das Lachen verschwand. Was blieb war das Bild in meinem Kopf und ein Gefühl, das mir nur allzu bekannt vorkam.
Schnell lief ich ins Bad. Ich schaffte es gerade noch bis zur Toilette. Ich würgte, bis es mir hochkam, hatte das Gefühl meine Innereien auch nach draußen befördern zu müssen. Es war nicht das erste Mal, das ich mich Morgens übergeben musste, und es würde bestimmt nicht das letzte Mal sein! Dabei dachte ich, das es endlich zu Ende sei, das ich diese Phase meines Lebens hinter mir hatte. So etwas war mir nicht mehr passiert, seit ich die Therapie begonnen hatte. Wie man sich täuschen kann!
Als ich endlich fertig war mit Erbrechen ging ich in mein Zimmer und zog mich an. Ich fühlte mich miserabel, aber ich würde dennoch in die Schule gehen. Zwar hatte ich Angst, ja fast Panik, vor der Schule, aber ich konnte den anderen nicht einfach einen Sieg über mich gönnen. Ich war vielleicht sensibel, psychisch labil und feige. Aber ich war ebenfalls ehrgeizig und ein Dickkopf! Ich wollte ihnen einfach nicht geben, was sie wollten. So einfach würden sie es nicht schaffen, mich loszuwerden. Ich war nicht wie Laura, Anna und Niels! Sie hatten den anderen gegeben, was sie wollten. Die Drei haben ihrem Leben ein Ende gesetzt. Laura hatte sich von einer Autobahnbrücke fallen lassen, Anna hatte Zyankali benutzt und Niels eine Kombination aus Wodka und Rohypnol. Nachdem meine Klassenkameraden den Sieg über jeden von ihnen errungen hatten, hatten sie sich neue Opfer gesucht. Nach dem Sieg über Laura kam Anna, nach Anna Niels, und nach Niels war ich ihr nächstes Opfer. Und genau darum durfte ich nicht aufgeben! Wenn auch ich nachgeben würde, ihnen ihren Willen geben würde, wer wäre der, bzw. die, Nächste?! Charles, Peter oder vielleicht Madleine? Nein, das durfte ich nicht zulassen!
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